Der erste Tag – Das erste Abenteuer

Posted By on 7. Juni 2011

Das mich eine Geschäftsreise für drei Monate nach Beirut mit vielen neuen Eindrücken und einigen spannenden Situationen konfrontieren würde war mir von Anfang an klar. (Und einer der Gründe warum ich diesen Job angenommen habe). Aber das das erste Abenteuer mich schon vor dem Betreten des Hotels erreichen würde hätte ich nicht gedacht.

Straße in Hamra (Beirut)Am Flughafen wurde ich – ob meines Geschäftsanzuges als gutes Ziel erkennbar – sofort angesprochen, ob ich ein Taxi möchte. Na gut, ich will, aber einen Moment bitte, ich schalte nur schnell mein GPS an, damit ich weiß wo ich bin (und um die Karten von Openstreetmap.org zu aktualisieren, wenn nötig). Und siehe da, zu meiner Überraschung hatte der erste Taxi-Werber kein interesse mehr an mir. Aber es dauerte keine 10 Sekunden dann hatte ich das nächste Angebot. Und wie ich es erwartet hatte nannte er mir den Fahrpreis gleich nachdem ich ihm mein Ziel genannt hatte. Taxipreise hier sind nämlich Festpreise, die sich anscheinend an den Stadtteilen orientieren. Kaum hatten wir uns geeinigt, griff er zum Handy und fing an zu telefonieren. Wenige Sekunden später drängelte sich ein durchaus akzeptabel aussehendes Taxi durch den Pulk von wartenden Autos vor dem Flughafen. Die Fahrt ins Hotel Marble Towers war dann ebenfalls interessant. Der Fahrstil hier ist tatsächlich von einer Art: „fahre wo du kannst“ bestimmt. Was aber kein Wunder ist, da fast alle Straßen Einbahnstraßen sind, und zum anderen oft auch nicht sehr schnell gefahren werden kann. Über Tempo-30-Zonen würde sich hier wohl keiner Aufregen.
Nun, leider kannte mein Fahrer das Ziel nicht so genau, offenbar hatte er von einem Hotel Marble Towers noch nicht gehört, wußte aber daß es im Stadtteil Hamra zu finden sei. Also wurde an jeder zweiten Kreuzung angehalten und Passanten nach dem Weg gefragt. Nach einigen Umwegen kamen wir dann auch gut am Hotel an.
Leider kam es dann zu einer kurzen Diskussion, mit dem Fahrer, da ich anscheinend den Dollar-Preis falsch verstanden hatte. 50.000 Pfund oder 27 Dollar. Bei einem Wechselkurs von 1500 Pfund pro Dollar müßten das aber etwa 37 Dollar sein. Wodurch ich mich nach kurzen Nachrechnen entschuldigte und die 37 Dollar bezahlte.
Beim Einchecken ins Hotel stellte ich dann fest, daß ich durch die Diskussion mit dem Fahrer offenbar meinen Koffer im Taxi gelassen hatte und das Taxi natürlich inzwischen weg war. Zum Glück hatte ich alle wertvollen und wichtigen Sachen in meinem Rucksack bei mir, so daß eigentlich nur meine Kleidung abhanden gekommen wäre. Trotzdem, eine unangenehme Sache.

Aber der Rezeptionist meine freundlich, “Kein PStraße im Regierungsbezirk (Downtown)roblem” und rief einen Taxifahrer vom Hotel um mit mir nochmal zum Flughafen zu fahren und meinen Koffer zurück zu bekommen. Auf dem Weg dorthin fragte er mich aus, was ich von dem Fahrer wüsste, was für einen Wagentyp, wie der Fahrer hieß u.s.w. Am Flughafen angekommen, ging dann erstmal etwas Hektik los, bis sich einer der Männer offenbar eine Art Anführer oder Sprecher – jedenfalls haben sich die anderen zurückgehalten, wenn er was sagte – darum kümmerte und ein wildes Handy-Telefonieren losging. 10 Minuten später bekam ich ein Telefon in die Hand gedrückt und jemand sagte mir auf Englisch mein Koffer sei wieder im Hotel. Pheww. Dem ‘Chef’ noch 20 Dollar ‘Trinkgeld’ in die Hand gedrückt und dann ab zurück ins Hotel.

Und siehe da tatsächlich stand mein Koffer wieder in der Emfpangshalle. Offenbar hatten sie per Justus-Jonas’scher Telefonlawine den Fahrer ausfindig gemacht und der hat den Koffer zurückgebracht.

Fazit: Es mag hier zwar alles etwas chaotisch und unorganisiert wirken, die Leute sind aber extrem freundlich und hilfsbereit und wissen wie das Chaos organisiert ist .

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