Strandspaziergang

Posted By on 12. Juni 2011

So, nachdem Montezumas Rache mich gestern ausgebremst hatte, war ich heute fit genug die Umgebung mal genauer zu untersuchen. Mein erstes Ziel sollte der Strand sein, wo ich hoffte für ‘Alraune’ ein paar Palmen-Bilder zu schießen und wie in Kiel den Blick übers Meer schweifen zu lassen.
Also das GPS geschnBeirut (Hamra) von der Strandpromenadeappt, damit ich mich in dem Straßengewirr nicht verirre und los gings. Der Karte nach sollte es gute 500 Meter nördlich von meinem Hotel den Strand geben, aber angesichts der acht bis neunstöckigen Häuser und den engen Gassen war davon erstmal nichts zu sehen. Allerdings veränderten sich die Gebäude ein wenig und begannen eher nach Hoteltürmen auszusehen, als nach den üblichen Wohnhäusern hier.

Sehr bald stieß ich dann auch auf die amerikanische Universität und beim vorbeigehen hörte ich plötzlich Klaviermusik: Irgendjemand spielte in voller Lautstärke “The Entertainer” von Scott Joplin. Eindeutig, amerikanischer Einfluß, vorallem wo es in solch einem krassen Gegensatz zu den ansonsten orientalisch klingenen Musikbrocken stand, die aus Läden, Fenster und Automobilen drangen.

Wenige hundert Meter weiter stand ich dann am ‘Strand’ , oder eher an einer breiten, weißen Promenade , die auf der einen Seite von Palmen und auf der anderen Seite von einem Geländer begrenzt war, hinter dem  die Brandung des Mittelmeeres an die felsige Küste des Libanons schlug. Meine Wanderung führte dann westwärts entlang der Promenade mit dem weiten Blick aufs Mittelmeer. Etwas was ich in den letzten Jahren in Berlin durchaus vermisst hatte fand ich hier wieder: Einen weiten Blick übers Meer und die steife Briese die an Küsten öfters anzutreffen ist. Vorallem da die kühle Briese einen vergessen ließ, daß man ansonsten bei gut 30 Grad mitten in der Sonne stand. Aber daran sollte ich noch sehr bald erinnert werden.

Offenbar gibt es hier genügend Touristen, daß es sich lohnt ein großes Touristenressort anzulegen, zu dem einDie Strandpromenade riesiges Schwimmbad einige Meter über dem Meer, ein kleiner Bootshafen und diverse Pubs  und noch einiges mehr zählte. Alles – wie hier üblich – hinter einem Zaun angelegt und mit einer Wache am Eingang. Allerdings muß ich bei den Wachen hier sagen, daß ich da kein großes Sicherheitsvertrauen bzw. Angst habe. Auf mich machen die immer einzeln auftretenden Militärwachposten eher den Eindruck, daß dies arme Kerle sind die auf diese langweiligen Posten verdonnert wurden, als daß sie wirklich etwas bewachen würden. Zumal ich bisher kaum einen Militärposten gesehen habe, der nicht ein Schwätzchen mit einem Einheimischen gehalten hatte oder auch gerne einem Touristen wie mir Auskunft gibt – wenigsten etwas Abwechslung! Da sind die bewaffneten zwei Mann Patrouillen der Polizei am Berliner Bahnhof in meinen Augen wesentlich furchteinflößender – die Glauben noch daran wirklich in Gefahr zu sein.

Aber zurück zu meinem Ausflug, hinter dem Ferienressort hab ich dann erstmal meinen Augen nicht getraut, erhob sich dort doch tatsächlich ein Riesenrad über die flachen Dächer der Strandrestaurants. Beim näherkommen stellte ich fest, daß sich hier ein kleiner, schon etwas rostangefressener Vergnügungspark befand, der neben dem Riesenrad noch mindestens zwei Karussels und ein paar andere Attraktionen anbot. Angesichts des verlassend aussehenden Geländes und der Kasse am Eingang wollte ich mir den Ort dann doch noch nicht genauer ansehen.

Außerdem spürte ich so Das Meer und Beirut ...langsam doch, daß die Wärme begann mir zu schaffen zu machen und ich entschloß mich einen großem Bogen zurück zum Hotel zu machen. Dem Navigationsgerät sei dank auch kein Problem, es wußte besser als ich wo ich mich befand und hat mir den Heimatkurs berechnet.  – Nur eines hat es nicht bedacht: Höhenunterschiede. Und so durfte ich auf den nächsten etwa 300 Metern einen Höhenunterschied von etwa 50 Metern überwinden, alles in praller Sonne und aufgrund der Häuser am Straßenrand auch ohne einen Hauch Wind. Plötzlich verstand ich warum man überall in der Stadt (nicht mehr ganz so junge) Leute irgendwo im Schatten stehen und verschnaufen sah. Ich gehörte auf halber Strecke selbst zu diesen Leuten, nachdem ich ein schattiges Plätzchen mit einem erfrischenden Luftzug gefunden hatte.

Interessanter Weise ging es kurz danach wieder genauso bergab, was definitiv einfacher zu bewältigen ist. Und mir bestätigte, daß mein Hotel nur unwesentlich höher als der Meeresspiegel lag. Und auch die Zuverlässigkeit meines Navis und der verwendeten Karte bestätige sich, denn ohne das Gerät hätte ich mein Hotel aus dieser neuen Richtung nie entdeckt. Auch so bin ich mehr oder weniger erst darüber gestolpert als mein Garmin meinte: “Ziel erreicht.”

Wie es sich bei so einer Erkundungstour gehört habe ich mir natürlich auch ein paar Sachen gesehen, die ich mir in Zukunft eventuell mal ansehen will:

ein “Subway”
ein “Kentucky Fried Chicken”
eine Hinweistafel : “Burger King”
ein “Bliss Market” – der mich irgenwie an die Serie “V – Die Außerirdischen” erinnerte und insbesondere das süchtig machende “Bliss” der Alien-Königin.

Wieder im Hotel angekommen, hab ich erstmal die Handybilder und Filmchen auf den Laptop kopiert und es geschafft, statt die Daten zu kopieren, sie zu löschen. Sorry, Alraune, Deine Palmen-Bilder kommen später 🙂

Anm.:
So jetzt sind doch noch ein paar Bilder in den Text geraten 😉
Und auch ein Palmen-Bild für Alraune:

Palmen für Alraune

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