Tagestour: Jaita, Harissa und Byblos (Teil II – Harissa)

Posted By on 25. Juni 2011

Harissa - Statue und KapelleNach der Besichtigung der Tropfsteinhöhlen in Jaita ging es weiter zu dem Wallfahrtsort Harissa, einer großen Marienstatue auf einem über der Stadt Jounieh gelegenen Gipfel. Dabei gab es auch ein paar Ausblicke auf die typische Bauweise an der libanesischen Küste.

Die Fahrt in das 20 km von Beirut entfernte Jounieh führte vorbei an ein paar im toscanischen Stiel gehaltenen Häuser, die laut unserer Führerin die typische Bauweise im Libanon war, seitdem ein Prinz und späterer König seine Jugend in der Verbannung in Italien verbringen mußte. Bei seiner Heimkehr hat er dann den neuen Baustiel mitgebracht. Leider ist von diesem doch recht ansehnlichen Baustiel im allgemeinen nicht mehr viel zu sehen. Im Gegenteil scheinen die modernen Libanesen eher den Bau von 7-10 stöckigen Wohntürmen zu bevorzugen.

Bebauung im LibanonBesonders Auffällig war die starke Bebauung des Küstenstreifens zu sehen, als wir mit der Seilbahn zur Marienstatue hinauffuhren. Bei der neunminütigen Fahrt hat man einen guten Ausblick auf die nähere Umgebung und einen weiten Blick aufs Meer. Wobei deutlich wurde, daß sie Libanesen den schmalen, bebaubaren Streifen zwischen Meer und Gebirge so gut nutzen wie möglich. Immerhin leben im Libanon etwa 4 Millionen Menschen, während -laut einer BBC Studie- weitere 20 Millionen Libanesen über die ganze Welt verstreut sind.

Garten nahe bei HarissaAber obwohl in den Städten so gut wie alles zugebaut ist und von Autos vollgestopft ist schaffen es die Libanesen trotz allem sich hier und da ein kleinen Garten anzulegen und der Trockenheit die eine oder andere Blume oder Palme abzutrotzen. So auch auf der Zwischenstation der Seilbahn, an deren Seite dieser kleine Garten angelegt wurde. An dieser Zwischenstation endete die Seilbahn und es ging mit einer Zahnradbahn die letzten 30 Meter hoch zu unserem Ziel.

Die Statue selber ist 1908 errichtet worden und steht auf einer kleinen Kapelle, die bis zu 20 Gläubige fasst. Doch schon sehr schnell erwies sich diese Kapelle als zu klein, so daß schon bald eine größere Versammlungshalle gebaut wurde, die aber im letzten Jahrhundert auch schon zu klein wurde, so daß die Statue heutzutage von einer modernen Kathedrale aus Glas und Beton überragt wird, deren Gestaltung je nach Blickwinkel einer Zeder oder einem phoenizischen Boot gleichen soll. Die Maroniten, die den größten Teil der Christen im Libanon stellen, gehören den zu den syrisch-orthodoxen Katholiken und aufgrund des etwas komplizierteren Staatswesens, ist auch der Präsident immer ein Maronite, während die beiden nächsten Posten -Innenminister und Stabschef- jeweils mit sunnitischen bzw. schiitischen Moslems besetzt werden müssen.

Marienschrein in HarissaDie Anlage selber ist kreisförmig und in der Mitte steht die Statue auf einem an einen Bienenstock erinnernden Hügel von Bauwerk in der die kleine Kapelle untergebracht ist. Rundum gibt es ein paar Zedern, die den Platz beschatten und mit Bänken zum Sitzen einladen. Das auffälligste ist neben dem großen Geschenk, und Devotionalien Geschäft mit Marienstatuen in allen größen und Bemalungen noch ein kleiner Marien-Schrein an dem einige Gläubige Haushaltskerzen aufgestellt haben.
Für uns Touristen gab es hier 15 Minuten Zeit uns umzuschauen, was leider ein wenig von dem Nebel beeinträchtigt wurde, der hier häufig den Gipfel bedeckt und auch während unseres Besuches mehr und mehr zunahm.
Nachdem unsere Besichtigungszeit hier vorbei war ging es mit dem Kleinbus wieder die Serpentinenstraße vom Gipfel hinunter und zu unserem nächsten Ziel: der antiken Stadt Byblos.

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