Libanesisches Eis

Posted By on 16. Juni 2011

Nur Arbeiten und kein Vergnügen gefällt den Libanesen auch nicht, daher gibt es ein Kommitee, welches für Mitarbeitermotivation da ist. Und die Attraktion diese Woche war: original Libanesisches Eis!

Es wurde schon einen Tag vorher per E-Mail angekündigt: Es gibt Eis am Donnerstag. Naja, in meiner Vorstellungswelt habe ich dann, einen Vertreter von Schöller, Langnese, o.ä. gesehen, der dort seine neuesten Sorten anbietet. – Kennt man ja aus deutschen Kantinen auch. Also hab ich mir nichts weiter dabei gedacht.
Als dann aber vier kräftig aussehende Männer mit diversen großen Boxen auftauchten, fing ich mich an zu wundern. Doch eventuell etwas viel Personal und Aufwand für simplen Eisverkauf? Nun, als wenig später unter viel Gewuchte ein gut ein Meter hohes Metallfaß in den Sitzungssaal bugsiert wurde, ahnte ich, daß etwas besonderes ansteht.

Traditionell libanesisLibanesisches Eisfaßches Eis wird nämlich vor dem Austeilen mit einem Stampfer (im Bild ist im Hintergrund noch der Griffabschluß zu erkennen) erst in die richtige Konsistenz geklopft, so daß das eigentlich weiche, cremige Eis eine feste, kaugummiartige Konsistenz bekommt. Und genau damit waren die vier kräftigen Männer die nächste halbe Stunde beschäftigt. Das dumpfe “Whumpf whumpf whumpf” wenn der Stößel das Eis traf hallte durch alle Büroräume.

Dann war es endlich soweit wir durften probieren. Zirka 30-40 Leute drängten sich in den Sitzungssaal, der bei einer normalen SItzung mit 10-12 Leuten aus den Fugen quillt und jeder wollte einen Blick in das Faß werfen. Beim Verteilen habe ich dann die nächste Überraschung erlebt: es bekamen zuerst die Frauen eine Portion Eis, und wenn ein Mann ein Eis in der Hand hatte, während in seiner Reichweite noch eine ‘unversorgte’ Frau stand, wurde ihr das Eis sofort angeboten (Was gegen Ende zu heftigen Ablehnungen führte, nachdem einige Frauen ihr 2. bzw. 3. Eis gehabt hatten und nur aufgrund des Gedränges den Raum noch nicht verlassen konnten).

Das Eis selber wurde in einer großen Kugel aus dem Faß geschabt und dann in zerstoßenen Pistazienkernen gewendet. serviert wurde es dann in einem Plastik-Eisbecher bzw. in einer Waffel. Vom Geschmack her war es Vanille-ähnlich und es konnte mir keiner genau verraten, was für Gewürze bzw. Zutaten verwendet wurden. Auch die Geschmacksrichtung wechselte je nach Gesprächspartner zwischen Schulterzucken und “Vanille ?”, bis wir uns auf die Geschmacksrichtung “libanesisches Eis” einigten, mit der alle leben konnten.

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Tags: Essen, Kultur, Leute

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